Zahnradbahn in einer grandiosen Berglandschaft

In meiner Schulzeit (1959) fuhr ich mit meinen Eltern einmal mit dem VW Käfer über den Furka- und den Grimsel-Pass. Später in meiner Berufsausbildung (1968) konnte ich mit der Bahn über die Furka fahren. Erst als die Strecke Oberwald–Furka–Realp geschlossen werden sollte (1982), interessierte ich mich für die Furka–Oberalp Bahn. Oft fuhr ich auch mit dem Rennrad über die Furka und die umliegenden Pässe. Immer wieder kam ich nach Gletsch und mich faszinierte diese schöne Bahnhofsanlage im Hochgebirge.
Der Bahnhof auf der anderen Seite der Rhone, Lokdepot, Viehladerampe, Drehscheibe, Zahnstange und die Einfahrt im Bahnhofareal - da dachte ich sofort, dass ich diese Bahnhofanlage massstäblich nachbauen möchte. Auch wollte ich etwas anderes machen, dass ich bis heute auf keiner anderen großen Anlage gesehen habe. Es gibt nur sehr wenige Anlagen, die eine Zahnstange eingebaut haben.
Einen Bahnhofsplan konnte man nirgends beschaffen, weder bei der FO noch bei dem damaligen Verein „Rettet die Furka–Bergstrecke". So ging ich 1983/ 84 im Herbst mit Fotoapparate, Zeichnungen, Wasserwaage, Schnüre, Schraubenzwingen, Kreiden und Bleistiften hinauf nach Gletsch. Unvergesslich waren auch die Übernachtungen im grossen Hotel „ Glacier du Rhone" im Rustika-Zimmer, in Gletsch.
1985 – 1987 hatte ich begonnen den Bahnhof Gletsch in Massstab 1:87 nachzubauen. Aus beruflichen Gründen musste ich bis ins Jahr 2001 den Traum ganz zurück legen. Danach hatte ich einen sehr grossen Hobbyraum gefunden und ich fing darauf auch an, den Bahnhof bis zum Kehrtunnel massstäblich nachzubauen.
Die gesamte zehnteilige Modulanlage in L-Form ist 11,5 Meter lang und 3,5 Meter breit und wurde von mir alleine aufgebaut. Daneben gibt es noch fünf weitere Module für die zwei Schattenbahnhöfe und zwei Module für die Furka–Bergstrasse. Die Steigung vom unteren bis zum oberen Schattenbahnhof beträgt 80 cm, die Geleise und Weichen im Bahnhof Gletsch sind von Ferro-Suisse. Die Zahnstangen- und Schattenbahnhof-Geleise sind von BEMO. Bei der Oberleitung sind einige Masten von Sommerfeld und einige sind selbst gebaut. Sämtliche Lokomotiven und Triebfahrzeuge sind von BEMO und mit einem ZIMO-Decoder ausgerüstet.
Leider musste ich wegen einem Wohnungswechsel den grossen Hobbyraum aufgeben. Nur noch drei Bahnhofmodule sind zurzeit in meinem neuen Hobbyraum aufgestellt, die anderen Modulen liegen in einer Garage. Einen grösseren Hobbyraum zu einem günstigen Mietverhältnis finde ich in Moment leider nicht, um die ganze Anlage geniessen zu können. An verschiedenen Modelleisenbahn-Ausstellungen stelle ich die Anlage aus, zuletzt auf der Plattform der Kleinserie in Bauma sowie der Intermodellbau in Dortmund.

Alle weitere Informationen können Sie unter www.Modellbahnhof-Gletsch.Jimdo.ch einsehen.